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Historie des Halberstädter Hofes

Am Südende der Trillgasse liegt der Gebäudekomplex "Halberstädter Hof". Dieses Anwesen, dessen historische Bezeichnung der "Stedernsche Hof" ist, hat eine lange Geschichte.

 

Es war der Sitz eines Ministerialen des Domstiftes. Mindestens 1-4 dieser Adelshöfe lagen im Bereich der Voigtei, die damals das Gebiet von Westendorf bis zum Johannesbrunnen umfasste. Sie mussten als Eigenbefestigung erbaut werden, denn die Voigtei wurde erst im 13. Jahrhundert in den Stadtmauerring einbezogen. Als einziger Rest dieser burgartigen Anlage in der Trillgasse blieb der romanische Wohnturm erhalten. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt jetzt 11 Meter, nachdem er 1839 teilweise abgetragen worden war. Er besitzt einen tonnengewölbten Keller und zwei durch Holz-Balken-Decken unterteilte Obergeschosse.

 

An diesen Turm wurde nach Westen hin vor 1500 ein langgestrecktes, zweigeschossiges Fachwerkhaus angebaut. Das Fachwerk besteht aus Eiche. Es ist ein Stockwerkbau, bei dem das Obergeschoss über das Untergeschoss auskragt. Profitierte Balkenköpfe, Schiffskehlen und Schwellbalken des Obergeschosses, Zapfenlöcher ehemals vorhandener Knaggen und Reste von Bemalungen weisen auf eine ursprüngliche reiche Gestaltung der Fassaden hin.

 

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Westflügel erbaut. Er lag parallel zur Trillgasse und und wurde im Frühjahr 1976 abgebrochen. Um 1700 wurde der Ostflügel errichtet. Ein zweigeschossiger Fachwerkbau steht auf einem 1,4 Meter hohem Sandsteinsockel, hinter dem sich drei Keller verbergen, von denen zwei gewölbt sind.

 

Der letzte Bauteil ist ein zweigeschossiger Anbau an der Nordseite des Hauptgebäudes, ebenfalls ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert. Im vorigen Jahrhundert war hier eine Provinzial-Gewerbeschule untergebracht. 1926 erfolgte der Umbau des Gebäudekomplexes  zum Städtischen Waisenhaus, aus dem später ein Kinderheim wurde.